Review - Tourwoche Mai 2005


Die Tourwoche ist überstanden. Nach gut einem Jahr ohne Auftritte hatten Ashen innerhalb einer Woche gleich drei mal die Gelegenheit, sowohl ein neues Set, als auch den Neuzugang am Schlagwerk der Öffentlichkeit zu präsentieren.
In die Geschichte eingehen wird dabei in jedem Fall der legendäre Gig am 3.5. im SP-Saal der Uni Düsseldorf. Hier passte stimmungs- und soundmäßig einfach alles (ein dickes Lob noch mal an Sven und die Crew vom AStA). Die Band war spielfreudig wie noch nie und diese Motivation übertrug sich dann mit Fortschreiten des Sets (und vielleicht auch steigendem Alkoholpegel aller Beteiligten) auf das vielleicht hundertköpfige Publikum.
Auch die für die Band schon zum guten Ton gehörenden spontanen strukturellen und rhythmischen Variationen wurden bei einer solchen Stimmungslage leicht verziehen.
Am Ende waren die Leute sogar dermaßen überzeugt, dass selbst die beiden eingeplanten Zugaben nicht ausreichten, um sie vollends zufrieden zu stellen, so dass der Totentanz
"Closer" noch ein zweites Mal dargeboten wurde, bevor die zwar ausgelaugte aber mit Sicherheit zufriedene Band endgültig die Bühne verließ.

Ein solcher Jahrhundertgig (den ich persönlich als den besten der Ashen Geschichte bezeichnen würde) war natürlich durch die folgenden Auftritte kaum zu toppen. Der Gig in Süchteln fiel in erster Linie aufgrund des Konzepts der Veranstaltung kurz aus. Jede der zehn Bands aus dem Backstage-Soundcenter hatte Zeit für vier Songs, wobei man bei Ashen aufgrund der unvorteilhaften Akustik im Haus Eickes auf ruhigere Nummern, die auf guten Sound angewiesen wären, verzichtete. Stattdessen lärmte die Band wie sonst selten und hatte dabei immerhin ne Menge Spaß. Und immerhin ließ sich die Metallerfraktion des insgesamt wenig motivierten Publikums begeistern. Eine Besonderheit des Abends: zum Abschluss noch eine kurze Session von Metallica-Covern, dargeboten von einem spontan zusammengestellten Projekt mit den Jungs von NRG und unserem Basser an den Vox, der ja bei Metal Militia entsprechende Erfahrung sammeln konnte.

Den Abschluss der Tour bildete ein Gig zu Ehren des Trommlers eben jener letztgenannten Band, der kurz zuvor von einem einjährigen Australien-Aufenthalt wiedergekehrt war. Die Willkommensparty für den Metalhamster fand in der Gaststätte der Josefshalle in Anrath statt, wo aufgrund irgendwelcher (völlig sinnfreier) Lautstärke-Beschränkungsgeschichten die beiden Live-Bands nur bis 22h spielen konnten. Ob es jedoch an der frühen Stunde des Gigs lag, dass das Publikum nur zum Teil richtig warm wurde, oder doch daran –was die anschließende Wahl der Konservenmucke vermuten lässt- dass zum Großteil einfach nicht der Geschmack der Leute getroffen wurde, sei dahin gestellt. Nichtsdestotrotz boten Ashen einen routinierten und spielerisch nahezu einwandfreien Gig.

Insgesamt kann man die Woche wohl als vollen Erfolg verbuchen. Wir haben endlich wieder Blut geleckt und sind so was von geil auf weitere Gigs. Nach einer viel zu langen Pause kann man getrost sagen: Jawoll, Ashen sind wieder am Stacht, mit einem Line Up, das stärker ist als jemals zuvor und einem Set, von dem man selbiges behaupten kann. So soll es sein. Tanzen wir die Ignoranz zu Tode! Wir sehn uns beim Schymy.

Så Zap